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29. März - 1. April 2022 // Nürnberg, Germany

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Design Thinking – eine Innovationsmethode auch für das Handwerk

Bahnbrechende Ideen werden mittlerweile immer häufiger mit der Design-Thinking-Methode erdacht.

Wie entstehen eigentlich wirklich gute Ideen, die sich am Markt durchsetzen? Stammen sie von einer Handvoll superkreativer Erfinder, die ein besonderes Talent haben? Bei der Masse an Innovationen und Veränderungen heutzutage wohl kaum. Bahnbrechende Ideen werden mittlerweile immer häufiger mit der Design-Thinking-Methode erdacht. Eine Methode, die klassische Innovationssysteme ordentlich durchrüttelt und mit der Handwerksunternehmen an der Konkurrenz vorbeiziehen können.

Mit Blick auf die steigende Komplexität einer Welt, in der sich alles schnell verändert, ist es zunehmend wichtig, innovativ zu sein. Dazu gehört auch, zu erkennen, dass neue Ideen, neue Geschäftsmodelle oder Produkte nicht mehr nur aus der Perspektive einer einzelnen Branche heraus entstehen. Fruchtbare Veränderungsprozesse können nur dann in Gang kommen, wenn die unterschiedlichen Gewerke und Branchen zusammenarbeiten. Wer innovativ sein will, der muss vor allem kreativ sein. Aber: Erfinderisches Denken liegt nicht jedem. Oder doch? Eine erfolgversprechende Methode, um kreativ zu sein, ist Design Thinking. Mit Design Thinking kann jeder (auch nicht kreative) Mensch marktreife Ideen entwickeln. Design Thinking stellt gängige Innovationssysteme auf den Kopf. Immer mehr Unternehmen erkennen den Profit einer zeitgemäßen Kollaborationskultur. Denn Design Thinking schafft Räume für kollektive Kreativität in interdisziplinären Teams. Das Ziel: radikal nutzerorientierte Lösungen zu finden.

Vom klassischen Design lernen

Handwerksunternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, brauchen Ideen und kreative Köpfe. Aber nicht im Sinne einer kleinen elitären Gruppe von hochkreativen Genies, die im stillen Kämmerlein Bahnbrechendes erdenkt. Beim Design Thinking ist jeder ein Ideengeber, Erfinder, Innovator. Die Design-Thinking-Methode spricht alle an. Denn Kreativität ist kein seltenes Talent, das der eine hat und der andere nicht. Durch eine agile und vernetzte Dialogkultur kann Kreativität überall entstehen und Nutzen bringen. Design Thinking ist für Unternehmen gedacht, die nach neuen Lösungen suchen. Das Besondere an der Methode ist die Zusammensetzung der Teams. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen sitzen in einem Boot und bringen nutzerorientierte Lösungen hervor – mittendrin König Kunde oder der Nutzer, der in die Lösungsfindung von Anfang bis Ende eingebunden ist.

Der Begriff „Design Thinking” leitet sich aus der klassischen Gestaltung ab. Indem der Designer die Welt oder einen bestimmten Bereich beobachtet, entdeckt er einen Bedarf. Zum Beispiel kabellose In-Ear-Kopfhörer, eine GPS-App zur Ortung von Werkzeugdiebstahl auf Baustellen oder autonom fahrende Rollstühle. Der Designer versetzt sich empathisch in den Anwender hinein, entwirft, probiert aus, verwirft, fertigt Prototypen an etc. Damit nähert er sich Schritt für Schritt einer Lösung, die eins zu eins zum Nutzer passt. Genau das leistet auch Design Thinking: Der mehrstufige Prozess, wie ihn auch der Designer durchläuft, kann auf nahezu jedes Problem, das nutzerorientierte Lösungen erfordert, übertragen werden.

Neue Denkstrukturen

Beim Design Thinking geht es also nicht darum, dass ein Expertenrat zu einem bestimmten Thema tagt. Vielmehr steht die Bündelung von Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen im Vordergrund. Voraussetzung für den Erfolg der Design-Thinking-Methode ist, zu lernen, neu zu denken: Durch einen zunehmend vernetzten Arbeitsalltag muss auch in den Denkstrukturen auf Vernetzung umgeswitcht werden. Indem Wissen und Know-how auf neue Weise miteinander verknüpft wird, werden ausgetretene Wege verlassen und komplett neue Lösungshorizonte geschaffen. Und zwar mit Lösungen, an denen die gängigen Strategien zunehmend scheitern. Beim Design Thinking sitzen nicht nur Ideen-Experten am Tisch. Im Gegenteil, die Kreativität entsteht hier erst im Dialog, der einem mehrstufigen Prozess folgt. Mittelpunkt und Inspirationsquelle im Design-Thinking-Prozess ist immer der Kunde beziehungsweise der Nutzer mit seinen Gewohnheiten, Wünschen und Bedürfnissen.

Der Prozess des Design Thinking

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, deren Inspirationsquelle der Mensch und seine Bedürfnisse sind. Mit unterschiedlichen Kreativitätstechniken soll erreicht werden, Prozesse in Unternehmen effizienter zu gestalten, innovative Produkte hervorzubringen oder neue Geschäftsmodelle zu kreieren. Der Design-Thinking-Prozess besteht aus mehreren Phasen: in die Zielgruppe empathisch hineinversetzen, Problem definieren, Ideen generieren und Prototyp anfertigen.

Kundenbedürfnisse verstehen

Welche Bedürfnisse hat der Nutzer? Welches sind seine Werte, Erfahrungen hinsichtlich des zu bearbeitenden Themas? Durch die intensive Beschäftigung mit dem Kontext kommen ein tiefes Wissen und eine Menge wichtiger Informationen zusammen, die außerhalb eines solchen Prozesses schwer bis gar nicht zugänglich sind. Hier geht es vor allem darum, unvoreingenommen die Sicht des Nutzers einzunehmen, um Zuhören und Sammeln von Informationen.

Problem definieren

In der zweiten Phase geht es darum, das Problem rational zu analysieren und es zu benennen. Jetzt wird aufgrund der angesammelten Informationen ein konzeptioneller Rahmen entwickelt, der den Lösungsraum definiert.

Idee generieren

In der Phase der Ideengenerierung entwickelt das Team dank des kreativen Rahmens Ideen, wie man das Problem lösen könnte. Einige dieser dabei entstandenen Ideen werden danach ausgewählt, um sie in der vierten Phase, der sogenannten Experimentierphase, intensiv zu testen und weiterzuentwickeln.

Prototyp anfertigen

Die Idee nimmt jetzt Formen an und ein (erster) Prototyp wird angefertigt. Es beginnt ein Lernprozess, der von einem kontinuierlichen Kundenfeedback begleitet wird. Dieses dient im gesamten Prozess immer wieder als Korrektiv. Denn der Kunde ist der zukünftige Nutzer der Lösung. Das Ergebnis ist eine radikal nutzerorientierte Lösung, bereit zur Umsetzung.

Wichtig ist ein Grundverständnis für den Prozess: Dieser ist zwar strukturell immer gleich. Es wird beim Design Thinking allerdings nicht davon ausgegangen, bereits beim ersten Anlauf perfekte Ergebnisse auf den Tisch legen zu können. Oft macht man sogar zwei Schritte nach vorn und einen wieder zurück. Denn indem immer wieder auf Kundenfeedback zurückgegriffen wird und Praxistests durchgeführt werden, ist es durchaus üblich, Erreichtes wieder zu verwerfen und noch einmal ganz vorne bei der Idee anzufangen. Dies dann nicht als Scheitern, sondern als wichtigen Schritt in einem nutzerorientierten Lösungsprozess zu begreifen, darin liegt letztlich der Erfolg.

Fazit

Das klassische Management basiert oft noch auf überalterten hierarchischen Prinzipien. Nicht zuletzt im Zuge der Digitalisierung werden die Hierarchien zunehmend flacher und agile Methoden wie die des Design Thinking setzen sich immer mehr durch. Das Zauberwort lautet intrinsische Motivation, bei der Vision und Veränderungsprozesse nicht aus der Chefetage kommen, sondern von den Mitarbeitern gemeinsam mitentwickelt werden. Bei der Design-Thinking-Methode steuern Führungskräfte zwar die Prozesse, nicht mehr jedoch die Inhalte. Mit kollektiver Kreativität ist fast alles möglich. Kollektiv bedeutet in diesem Fall, Teilnehmer aus verschiedenen Gewerken und unterschiedlichen Abteilungen, interne und externe Mitarbeiter, Experten, Forschungseinrichtungen, Kunden und Nutzer an einen Tisch zu bringen.

Design Thinking hilft dabei, Probleme schnell und kreativ zu lösen und Unternehmensprozesse grundlegend zu verändern beziehungsweise marktfähige Produkte zu entwickeln. Design Thinking erfordert aber auch Mut, neu zu denken. Ebenso braucht es die Bereitschaft zu einer offenen Fehlerkultur, die Scheitern als Teil des kreativen Prozesses und als ein „Lernen aus Fehlern“ begreift.

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